Einblick in die Chronikarbeit im Vinschgau

Bezirksversammlung der Vinschger Chronisten, 5. März 2026

Einen Überblick über das Chronikwesen im Vinschgau gab es bei der Bezirksversammlung der Vinschger Chronistinnen und Chronisten am 5. März in der Schlandersburg in Schlanders. Eingeladen hatte Bezirkschronist Alexander Lutt.

Schwerpunkt der Sitzung waren die Berichte aus den Gemeinden.  Roland Angerer aus Stilfs erzählte, dass eine Dorfsammlung aufgearbeitet und in einem eigenen Raum zugänglich gemacht werden soll. Heinrich Frei aus Partschins ist seit 15 Jahren Dorfchronist. Er sammelt und gibt jährlich eine Jahreschronik heraus, die in der Gemeinde und in der Bibliothek deponiert wird. Elmar Prieth aus Glurns berichtete, dass es von 2003 bis 2015 gebundene Dorfchroniken gibt; jene ab 2016 sind noch fertigzustellen Ziel wäre es, eine Häusergeschichte von Glurns zu verfassen.  Monika Prohaska aus Laas ist seit 2003 als Chronistin tätig. Sie hat einen eigenen Raum mit PC und Drucker und gibt eine Jahreschronik heraus. Erwin Altstätter, Altbürgermeister von Martell (1974 bis 1995), ist seit 1990 als Chronist tätig und ein großer und fleißiger Sammler.  Er versucht, eine Chronistengruppe aufzubauen.

Vom Chronistenteam Schlanders waren Raimund Rechenmacher, Heinrich Zoderer und Manuela Nollet anwesend. Rechenmacher berichtete, dass er als Bibliotheksleiter vor Jahren angefangen hat, ein Bildarchiv von alten Bildern aufzubauen. 30.000 Fotos wurden eingescannt, rund ein Drittel davon auch beschriftet. Seit 2013 wird eine Jahreschronik mit jeweils zwei Bänden herausgegeben. Es gibt ein Chronistenteam mit fünf, sechs Personen und eine Vereinbarung zwischen der Gemeindeverwaltung und der Bibliothek, dass die Bibliothek auch für das Chronikwesen zuständig ist. Alexander Lutt, Vinschger Bezirkschronist und Dorfchronist von Schluderns, berichtete, dass es in Schluderns ein Chronistenteam mit drei Personen gibt. Neben der traditionellen Chronikarbeit, dem Sammeln verschiedener Unterlagen und Fotos von aktuellen Ereignissen, wird auch historische Forschung betrieben und das Bildarchiv über das Vinschger Museum betreut. Wolfgang Thöni, Landeschronist und Gemeindechronist von Graun, berichtete schließlich, dass in Graun Othmar Pider weiterhin fleißig sammelt und fotografiert.

Es wurde festgestellt,  dass im Vinschgau etliche Gemeinden ohne Chronist sind. Es wurde überlegt, welche Personen man ansprechen könnte.

Zur Sprache kamen auch die im Grundsatzpapier vorgesehenen Bezirksratstreffen. Solche Treffen der Chronistinnen und Chronisten im Bezirk mit Besichtigung und geselligem Programm müssen nicht jedes Jahr stattfinden, aber wenn sich etwas Interessantes anbietet, soll es organisiert werden. Wenn der neue Sammlungsraum in Stilfs fertig eingerichtet ist, würde sich ein Bezirkstreffen in Stilfs anbieten, hieß es.


Leitungsteam in Klausur

Mit zukunftsweisenden Themen hat sich das Leitungsteam des Südtiroler Chronikwesens bei seiner jüngsten Sitzung am 31. Jänner 2026 in Milland befasst. Dabei ging es um die künftige Einteilung der Chronikbezirke, die Besetzung des Leitungsteams, Ehrungen, die künftige Trägerschaft des Chronikwesens und verstärkte Öffentlichkeitsarbeit. Landeschronist Wolfgang Thöni konnte dazu Bezirkschronisten aus dem ganzen Land begrüßen.

Chronistenbezirke nach Bezirksgemeinschaften eingeteilt

Beschlossen wurde, dass die Einteilung der Chronikbezirke nun jener der Bezirksgemeinschaften folgt. Da so aber teilweise sehr große Bezirke entstehen, die für einen Bezirkschronisten schwer zu überschauen sind, werden diese in Unterbezirke eingeteilt. Die Chronikbezirke sind demnach: Pustertal (mit den vier Unterbezirken Ober- und Unterpustertal, Ahrntal und Gadertal), Eisacktal, Wipptal, Salten-Schlern, Überetsch/Unterland (Unterbezirk 1: Andrian, Terlan, Kaltern, Eppan; Unterbezirk 2: Unterland), Burggrafenamt/Meran (mit den drei Unterbezirken Passeier, Ulten, Nonsberg).

Die Vertreter jedes Bezirkes wählen ihren Bezirkschronist und seinen Stellvertreter; sie sind auch Teil des Leitungsteams.

Verdiente Chronisten ehren

Ein weiteres Thema waren die Ehrungen. Es wurde beschlossen, beim heurigen Chronist:innentag am 6. November all jene zu ehren, die im Laufe der letzten Jahre ihre Chronist:innenarbeit beendet haben. Die Bezirkschonist:innen wurden beauftragt, für ihren Bezirk entsprechende Vorschläge zu machen und an chronikwesen@sbz.it zu schicken.

Gründung eines Vereins im Visier

Gesprochen wurde auch über die künftige Trägerschaft des Chronikwesens. Die Fördervereinbarung zwischen Landesdenkmalamt und Südtiroler Bildungszentrum, die am 31. März 2025 für zwei Jahre geschlossen wurde, läuft am 31. März 2027 aus. Eine Verlängerung derselben wird angestrebt. Bisher waren die Chronist:innen als freie Arbeitsgemeinschaft ohne Rechtsstruktur tätig. Möglichkeiten einer Vereinsgründung oder anderer rechtlicher Formen des Zusammenschlusses sollen gemeinsam geprüft werden

Weitergearbeitet werden soll im laufenden Jahr auch an der Öffentlichkeitsarbeit; wobei die Arbeit der Chronist:innen durch Beiträge in Dorf- und Bezirkszeitungen den Bürgern nähergebracht werden soll.

 


Burggrafenamt: Nachfolger:in für Bezirkschronist gesucht

Bezirksversammlung der Chronist:innen des Burggrafenamtes, 24. Jänner 2026

Marling. Sepp Gufler will sein Amt als Bezirkschronist des Burggrafenamtes zurücklegen: Folglich stand die Suche nach einem Nachfolger bzw. einer Nachfolgerin im Mittelpunkt der jüngsten Bezirksversammlung in Marling. Und Landeschronist Wolfgang Thöni stellte die Anlaufstelle beim Südtiroler Bildungszentrum und das Layout-Programm Affinity vor.

Sepp Gufler war zuerst seit 1986 Chronist in Passeier, seit 1999 in Marling und eine Weile Bezirkschronist des Burggrafenamtes. Nach dieser langen Zeit will er die Verantwortung abgeben – deshalb wird ein neuer Bezirkschonist bzw. eine neue Bezirkschronistin gesucht. Bei der Versammlung fand sich auf Anhieb niemand, der dieses Amt übernehmen wollte. Folglich wurden auf Vorschlag von Oswald Pircher, Chronist in Algund, die Chronisten und Chronistenteams des Bezirks beauftragt, ihrerseits Kandidaten ausfindig zu machen und zu melden.

Kandidaten: Vorschläge erwünscht

Zur  Bezirksversammlung waren Chronist:innen aus etlichen umliegenden Gemeinden nach Marling gekommen: die Marlinger Chronist:innengruppe so gut wie vollzählig anwesend, weiters Vertreter aus Algund, Mölten, Riffian und Kuens. Die Marlinger Gruppe kann sich glücklich schätzen: Sie bekommt nun mit Patrik Weger Zuwachs und jugendliche Hilfe im digitalen Bereich. Dass die Chronikarbeit in der Gemeinde Wertschätzung genießt, bewies die Anwesenheit von Vizebürgermeisterin Johanna Mitterhofer. Auch Franz Kröss, Obmann des örtlichen Heimatpflegevereins, gab sich die Ehre.

Landeschronist Wolfgang Thöni zeigte sich erfreut über die rege Chronikarbeit im Bezirk. Er erläuterte die Fördervereinbarung mit dem Südtiroler Bildungszentrum und stellte die dort angesiedelte Anlaufstelle für das Chronikwesen vor, die von Ulrike Stubenruß betreut wird. Zusammen sei man bemüht, die Chronist:innen im ganzen Land zu unterstützen. Ulrike Stubenruß verwies auf die Notwendigkeit von interner und externer Öffentlichkeitsarbeit, um das Chronikwesen sichtbar zu machen, sowie auf die Weiterbildungsveranstaltungen, die demnächst angeboten werden.

Affinity im Weiterbildungsangebot

Wolfgang Thöni gab Einblick in das Layout-Programm Affinity, das kostenlos verfügbar ist und für die Erstellung der Jahreschroniken empfohlen wird; auch dazu sind demnächst Weiterbildungsangebote geplant. Auch wenn die digitale Chronik im Kommen ist, damit eine Textrecherche möglich ist, sollten immer auch gedruckte Chroniken aufliegen, riet Thöni. Die digitale Chronik sollte stets nur für eine ausgewählte Gruppe (Gemeinde usw.) zugänglich sein, die gedruckte hingegen für die gesamte Dorfbevölkerung.

In ihrem Grußwort erinnerte Vizebürgermeisterin Mitterhofer an die Anfänge der Chronikarbeit in Marling in den 80er-Jahren – an Maridl Innerhofer. „Sie war stets mit einem Körbchen unterwegs, in dem sich ihr Fotoapparat und ein Schreibblock samt Stift befand“, erzählte sie.  So habe sie festgehalten, was sich im Dorf getan hat.


Dorfgeschehen im Eisacktal im Blick

Bezirksversammlung der Eisacktaler Chronist:innen, 17. Jänner 2026 

Milland/Brixen. Das Eisacktal ist einer der rührigsten Chronistenbezirke im Land. Um den Austausch untereinander zu fördern, hat Bezirkschronist Emil Kerschbaumer letzthin die Ortschronistinnen  und -chronisten zur Bezirksversammlung ins Jakob-Steiner-Haus in Milland/Brixen eingeladen. Mit dabei war auch Landeschronist Wolfgang Thöni.

Emil Kerschbaumer ist seit 25 Jahren Ortschronist von Milland, hat in dieser Zeit regelmäßig Jahreschroniken erarbeitet und ein stattliches Archiv aufgebaut.  Als Bezirkschronist betreut er die Chronistinnen und Chronisten des Eisacktales und konnte bei der Versammlung etliche davon begrüßen. Einige der Eisacktaler Chronisten hatten zum Treffen eigene Jahreschroniken mitgebracht, so konnten die verschiedenen Ausgaben und Aufbereitungsformen verglichen werden. Landeschronist Wolfgang Thöni lobte den Bezirk und die Eisacktaler Chronistinnen und Chronisten für ihre kontinuierliche Tätigkeit. In Zukunft würden Ortschroniken mehr und mehr digital erstellt, sagte er, was für die Gemeinden wichtig sei und eine spätere Online-Recherche erleichtere. Nichtsdestotrotz sei es wichtig, dass Ortschroniken auch gedruckt erscheinen und so in den Bibliotheken aufliegen können und den Bürgern zur Verfügung stehen, so Thöni.

Diskutiert wurden Fragen rund um die Erstellung von Chroniken, Auswahl und Schwerpunkte.  Dabei zeigte sich der Unterschied zwischen größeren und kleineren Gemeinden; während in kleinen Orten alles gesammelt werden kann, muss ich größeren Orten und Städten wohl oder übel eine Auswahl getroffen werden. Themen wie diese werden auch in den Weiterbildungsveranstaltungen behandelt, die demnächst angeboten werden; das Weiterbildungsprogramm ist im Internet unter https://www.sbz.it/de/chronikwesen-suedtirol/ einsehbar.

Allgemein betont wurde bei der Versammlung auch, wie wichtig es ist, dass die örtlichen Vereine und Verbände mit den Chronistinnen und Chronisten zusammenarbeiten und sie mit Infomaterial versorgen, damit sie in den Ortschroniken berücksichtigt werden können.

Abschließend gab Landeschronist Thöni noch einen Einblick in das Layout-Programm Affinity, das zur Erstellung der Ortschroniken angeraten wird; auch dazu gibt es Weiterbildungsangebote.