Nals arbeitet am Aufbau einer Chronikgruppe

Nals. In Nals soll künftig die lokale Zeitgeschichte systematisch dokumentiert und bewahrt werden. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf ist die Nalser Gemeindereferentin für Kultur Angelika Ebner bemüht, eine Chronikgruppe aufzubauen. Für Interessierte fand kürzlich ein Informationsabend statt.
Gemeinsam mit Alfons Steiner hat Angelika Ebner im Dorf gezielt für das Projekt geworben und Menschen konkret darauf angesprochen, ob sie bereit wären, in diesem Bereich mitzuarbeiten. Sie stieß damit durchaus auf offene Ohren, und so lud Angelika Ebner die Interessierten zu einem Informationsabend mit Landeschronist Wolfgang Thöni und Ulrike Stubenruß, Referentin für das Chronikwesen am Südtiroler Bildungszentrum (SBZ), in den Kulturtreff Sonne ein. Etliche eventuell angehende Chronistinnen und Chronisten kamen zusammen; auch Bürgermeister Eduard Gasser war mit dabei.
„Es ist mir ein Anliegen, dass die Zeitgeschichte, die aktuellen Ereignisse im Dorf festgehalten und dokumentiert werden“, erklärte Kulturreferentin Ebner, und deshalb habe sie die Gründung einer Chronikgruppe in Nals ins Auge gefasst. 2015 ist ein Dorfbuch über Nals erschienen; seither werden aktuelle Geschehnisse lediglich im „Nalser Dorfblattl“ festgehalten, das viermal jährlich erscheint. Bürgermeister Eduard Gasser sagte, er wisse das Engagement seiner Kulturreferentin in Sachen Chronikwesen sehr zu schätzen.
Landeschronist Wolfgang Thöni gab einen Einblick in das Chronikwesen in Südtirol und betonte die Bedeutung klarer Vereinbarungen zwischen Gemeinde und Chronisten. Damit wird einerseits deren Tätigkeit unterstützt und aufgewertet, andererseits hat die Gemeinde auch die Garantie, dass das gesammelte Material im Besitz der Gemeinde ist. „Chronisten sind Individualisten und sollen es bleiben“, sagte Thöni. Wichtig sei die freie, persönliche Herangehensweise – idealerweise in Abstimmung mit der Gemeinde.
„Die Bedeutung des gesammelten Materials wird oft erst nach Jahrzehnten erkannt“, sagte Thöni; weil man so im Rückblick Entwicklungen und Lebensweisen besser einordnen könne. Entsprechende Rubriken (z. B. „vor 30 Jahren“) kommen deshalb auch in den Gemeindeblättern gut an.
Ulrike Stubenruß vom Südtiroler Bildungszentrum stellte die landesweite Vernetzung der Chronistinnen und Chronisten in den Mittelpunkt. Wichtig sei ihr auch, in der Öffentlichkeit das Bewusstsein für die Bedeutung des Chronikwesens und seine Sichtbarkeit zu stärken, inzwischen auch über soziale Medien.
Im Anschluss nutzten die Anwesenden die Gelegenheit für Fragen und Diskussionen. Ein weiteres Treffen der Interessierten ist bereits in Planung.
Ultner Chronisten bewahren Geschichte ihres Tales
St. Walburg. Im Ultner Chronistenverein sind Chronistinnen und Chronisten der beiden Gemeinden Ulten (St. Walburg, St. Gertraud, St. Nikolaus, Kuppelwies) und St. Pankraz zusammengeschlossen; gemeinsam bewahren sie die Geschichte des Ultentales. Kürzlich hat der Obmann des Ultner Chronistenvereins, Franz Kaserer, die Mitglieder zur Jahresversammlung ins Mesnerhaus in St. Walburg geladen.
Gleich zu Beginn wurde für Martin Pircher eine Gedenkminute abgehalten; der langjährige Dorfchronist ist im Februar 72-jährig verstorben. An seiner Stelle wurde die Studentin Judith Pircher, die erst unlängst zum Chronistenverein gestoßen ist, in den Vorstand aufgenommen.
Dass Chronisten eines Dorfes oder Tales in einem Verein zusammengeschlossen sind, hat auf Landesebene Seltenheitswert. Vorarbeit in Ulten hat das „Urgestein“ Jörg Gamper geleistet, der schon seit den 1970er-Jahren zusammen mit Arnold Lösch durch Sammeln und Dokumentieren Chronikarbeit im Tal geleistet hat. Er hat auch mehrere geschichtliche Bücher geschrieben, so über Ulten im Ersten und Zweiten Weltkrieg. Er war auch bei der Versammlung des Chronistenvereins dabei.
Franz Kaserer und Judith Pircher gaben einen Rückblick auf 2025, Dietmar Staffler legte den Kassabericht vor. Dann wurde auf das laufende Jahr vorausgeblickt. Jedes Jahr wird in beiden Gemeinden getrennt eine Jahreschronik erstellt. Höhepunkt des heurigen Jahres ist die Vollendung des Buches „Draht- und Seilbahnen im Ultental“, an dem Jörg Gamper, Franz Kaserer und Karl Andersag schon seit Jahren arbeiten. Die Suche nach Dokumentation, Fotos, das Interviewen von Zeitzeugen und das Texten seien sehr zeitaufwändig gewesen, berichteten Gamper und Kaserer. Das Buch wird am 24. Oktober im Rathaus vorgestellt.
Franz Kaserer hat schon das nächste Ziel vor Augen: Er will die Seitentäler des Ultentales erheben und dazu jeweils Texte im örtlichen Gemeindeblatt veröffentlichen.
Bei der Versammlung dabei war auch Hildegard Schwarz, Kulturreferentin der Gemeinde Ulten. Sie bedankte sich beim Chronistenverein für die geleistete Arbeit und verwies auf die Vereinbarung mit der Gemeinde, mit der der Verein unterstützt wird. „Ich bin froh, dass unsere Geschichte nicht vergessen wird“, sagte sie – und bestätigte, worauf sich der Chronistenverein Ulten schon freut: Im neuen Bürgerhaus wird für Chronikwesen und Archiv ein eigener Raum zur Verfügung stehen.
Zur Versammlung war auch Landeschronist Wolfgang Thöni aus Graun im Vinschgau gekommen. Er lobte den Verein der Ultner Chronisten für seine Tätigkeit und ließ anklingen, dass auch für die Chronistinnen und Chronisten auf Landesebene die Gründung eines Vereins angedacht wird. Die Entscheidung dazu wird aller Voraussicht nach im Mai fallen.
Landesrat Achammer trifft Vertretung des Chronikwesens
BOZEN (LPA). Vor einem Jahr ist das Südtiroler Chronikwesen mit einer Fördervereinbarung vom Landesarchiv ans Südtiroler Bildungszentrum (SBZ) übergegangen. Bei einem Treffen mit Kulturlandesrat Philipp Achammer hat die Leitung des Chronikwesens über dieses Jahr Bilanz gezogen. Auch die Frage, wie es nach Ablauf der auf zwei Jahre angelegten Vereinbarung weitergehen soll, wurde erörtert.
Südtirolweit sind etwa 300 Chronistinnen und Chronisten aktiv; sie sammeln, dokumentieren und fotografieren, was sich in ihrem Ort tut, und bewahren es so für Nachwelt – ehrenamtlich. Ohne sie wäre vieles unwiederbringlich verloren. Rund 30 Jahre lang wurden sie vom Südtiroler Landesarchiv betreut; mit 31. März 2025 gingen die bisher vom Landesarchiv wahrgenommenen fachlichen, organisatorischen und verwaltungstechnischen Agenden auf das SBZ über.
Am Treffen mit Landesrat Achammer nahmen Landeschronist Wolfgang Thöni, SBZ-Geschäftsführer Klaus Tumler und Ulrike Stubenruß, Referentin für das Chronikwesen am SBZ, teil. Landeschronist Thöni schilderte, was sich in dem Jahr alles getan hat, und verwies auf Bezirksversammlungen, Lehrgänge, Treffen und Präsentationen von Jahreschroniken in vielen Landesteilen: "An der Basis, in den einzelnen Orten, wird viel getan, fleißig gearbeitet." Thöni erwähnte auch die Anlaufstelle für das Chronikwesen, die am SBZ eingerichtet wurde. Ulrike Stubenruß, die diese Anlaufstelle betreut, ergänzte, dass es zunehmend gelinge, auch Jüngere und neue Interessierte für die Chronikarbeit zu gewinnen. Das habe sich beim letzten Basislehrgang in Tramin gezeigt, wo 16 von 20 Teilnehmenden Neueinsteiger waren oder noch nicht lange dabei. Klaus Tumler berichtete, wie die finanzielle Seite der Fördervereinbarung umgesetzt wird und dass geplant ist, Südtirols Chronistinnen und Chronisten in einem Verein zusammenzuführen, damit sie eine Rechtspersönlichkeit haben.
"Ich sehe hier einen Aufbruch, den man vor einigen Jahren nicht vermutet hätte", sagte Landesrat Achammer dazu und stellte eine weitere Unterstützung des Landes auch in den nächsten Jahren in Aussicht. Eingegangen wurde im Gespräch auch auf die Frage, wie es mit dem Südtiroler Chronikwesen weitergeht, wenn die Fördervereinbarung mit dem SBZ im März 2027 ausläuft. Landesrat Achammer signalisierte, dass die Vereinbarung verlängert werden soll. Welche Möglichkeiten es genau gibt, müsse noch geklärt werden.
Chronistenbezirk Pustertal soll neu aufgestellt werden

Bezirksversammlung der Pusterer Chronistinnen und Chronisten am 20. März in Bruneck
Bruneck. Ob Jahreschronik, Fotoarchiv, Höfe-, Häuser- oder Familiengeschichte: Im Pustertal und in den Seitentälern wird auf vielfache Art und Weise Chronikarbeit geleistet. Was derzeit fehlt, ist eine zentrale Koordination des Chronikbezirkes. Das soll sich nun ändern.
Thomas Innerbichler aus Weißenbach im Ahrntal hat nach dem Tod der langjährigen Pusterer Bezirkschronistin Maria Hilber Mutschlechner vor einem Jahr das Amt interimsmäßig übernommen. Am Freitag hat er die Pusterer Chronistinnen und Chronisten zu einem Treffen in die Stadtbibliothek in Bruneck eingeladen, um den Bezirk neu aufzustellen. Anwesend waren Vertreterinnen und Vertreter aus Reischach, St. Georgen, Pfalzen, Terenten, Rein, Weißenbach, Prettau, St. Johann, Antholz, Welsberg-Taisten, Gsies, Vierschach/Innichen und Kiens.
Das Pustertal ist der größte Bezirk des Landes mit 26 Gemeinden und 80.000 Einwohnern. Innerbichler sagte, es werde schwer sein, jemanden zu finden, der das gesamte Gebiet als Bezirkschronist betreut und auch noch den Kontakt zu Osttirol hält. Deshalb schlug er vor, die Arbeit in einer Gruppe von etwa sechs Mitgliedern anzugehen – mit jeweils einem Vertreter des oberen und unteren Pustertals, aus dem Großraum Bruneck, aus dem Tauferer Ahrntal sowie aus dem Gadertal. An diesem Vorhaben soll weitergearbeitet werden, womit alle Anwesenden einverstanden waren. Einstweilen bleibt Innerbichler Pusterer Bezirkschronist.
Wie viel in den Pusterer Dörfern an Chronikarbeit geleistet wird und wie unterschiedlich diese aussehen kann, zeigte sich bei der Vorstellung der einzelnen Chronistinnen und Chronisten. Der 80-jährige Serafin Bacher aus Rein in Taufers gehört zu den Urgesteinen der Chronisten im Lande. Bei der Versammlung sagte er, er sei sicher der „höchste Chronist“ in der Runde – Rein liegt auf 1600 m Meereshöhe – und erzählte von seiner Sammeltätigkeit, die bis ins Jahr 1985 zurückgeht und mittlerweile drei Räume in seinem Haus füllt.
Zur Bezirksversammlung war auch Landeschronist Wolfgang Thöni aus Graun im Vinschgau nach Bruneck gekommen. Nach der Präsentation der vielfältigen Arbeit stellte er anerkennend fest, man sehe, wie aktiv die Basis arbeite. „Chronist ist nicht nur, wer eine Jahreschronik macht, sondern jeder, der in irgendeiner Form sammelt“, sagte er. Das könne jeder nach seinen Möglichkeiten und auf seine Art und Weise tun. „Wichtig ist das Sammeln, Digitalisieren kann man immer noch.“ Aber was nicht aufgehoben werde, sei für immer verloren. Er rief dazu auf, alle paar Jahre den Mitbürgern Einblick in die eigene Arbeit zu geben, damit die Leute sehen, was gemacht wird, z. B. durch eine Ausstellung oder die Präsentation der Jahreschroniken. Ulrike Stubenruß, Referentin für das Chronikwesen am Südtiroler Bildungszentrum, stellte kurz ihre Tätigkeit vor und sagte, ihr sei es ein Anliegen, dem Chronikwesen mehr Sichtbarkeit zu verleihen.
Einblick in die Chronikarbeit im Vinschgau

Bezirksversammlung der Vinschger Chronisten am 5. März 2026 in Schlanders
Einen Überblick über das Chronikwesen im Vinschgau gab es bei der Bezirksversammlung der Vinschger Chronistinnen und Chronisten am 5. März in der Schlandersburg in Schlanders. Eingeladen hatte Bezirkschronist Alexander Lutt.
Schwerpunkt der Sitzung waren die Berichte aus den Gemeinden. Roland Angerer aus Stilfs erzählte, dass eine Dorfsammlung aufgearbeitet und in einem eigenen Raum zugänglich gemacht werden soll. Heinrich Frei aus Partschins ist seit 15 Jahren Dorfchronist. Er sammelt und gibt jährlich eine Jahreschronik heraus, die in der Gemeinde und in der Bibliothek deponiert wird. Elmar Prieth aus Glurns berichtete, dass es von 2003 bis 2015 gebundene Dorfchroniken gibt; jene ab 2016 sind noch fertigzustellen Ziel wäre es, eine Häusergeschichte von Glurns zu verfassen. Monika Prohaska aus Laas ist seit 2003 als Chronistin tätig. Sie hat einen eigenen Raum mit PC und Drucker und gibt eine Jahreschronik heraus. Erwin Altstätter, Altbürgermeister von Martell (1974 bis 1995), ist seit 1990 als Chronist tätig und ein großer und fleißiger Sammler. Er versucht, eine Chronistengruppe aufzubauen.
Vom Chronistenteam Schlanders waren Raimund Rechenmacher, Heinrich Zoderer und Manuela Nollet anwesend. Rechenmacher berichtete, dass er als Bibliotheksleiter vor Jahren angefangen hat, ein Bildarchiv von alten Bildern aufzubauen. 30.000 Fotos wurden eingescannt, rund ein Drittel davon auch beschriftet. Seit 2013 wird eine Jahreschronik mit jeweils zwei Bänden herausgegeben. Es gibt ein Chronistenteam mit fünf, sechs Personen und eine Vereinbarung zwischen der Gemeindeverwaltung und der Bibliothek, dass die Bibliothek auch für das Chronikwesen zuständig ist. Alexander Lutt, Vinschger Bezirkschronist und Dorfchronist von Schluderns, berichtete, dass es in Schluderns ein Chronistenteam mit drei Personen gibt. Neben der traditionellen Chronikarbeit, dem Sammeln verschiedener Unterlagen und Fotos von aktuellen Ereignissen, wird auch historische Forschung betrieben und das Bildarchiv über das Vinschger Museum betreut. Wolfgang Thöni, Landeschronist und Gemeindechronist von Graun, berichtete schließlich, dass in Graun Othmar Pider weiterhin fleißig sammelt und fotografiert.
Es wurde festgestellt, dass im Vinschgau etliche Gemeinden ohne Chronist sind. Es wurde überlegt, welche Personen man ansprechen könnte.
Zur Sprache kamen auch die im Grundsatzpapier vorgesehenen Bezirksratstreffen. Solche Treffen der Chronistinnen und Chronisten im Bezirk mit Besichtigung und geselligem Programm müssen nicht jedes Jahr stattfinden, aber wenn sich etwas Interessantes anbietet, soll es organisiert werden. Wenn der neue Sammlungsraum in Stilfs fertig eingerichtet ist, würde sich ein Bezirkstreffen in Stilfs anbieten, hieß es.
Leitungsteam in Klausur

Mit zukunftsweisenden Themen hat sich das Leitungsteam des Südtiroler Chronikwesens bei seiner jüngsten Sitzung am 31. Jänner 2026 in Milland befasst. Dabei ging es um die künftige Einteilung der Chronikbezirke, die Besetzung des Leitungsteams, Ehrungen, die künftige Trägerschaft des Chronikwesens und verstärkte Öffentlichkeitsarbeit. Landeschronist Wolfgang Thöni konnte dazu Bezirkschronisten aus dem ganzen Land begrüßen.
Chronistenbezirke nach Bezirksgemeinschaften eingeteilt
Beschlossen wurde, dass die Einteilung der Chronikbezirke nun jener der Bezirksgemeinschaften folgt. Da so aber teilweise sehr große Bezirke entstehen, die für einen Bezirkschronisten schwer zu überschauen sind, werden diese in Unterbezirke eingeteilt. Die Chronikbezirke sind demnach: Pustertal (mit den vier Unterbezirken Ober- und Unterpustertal, Ahrntal und Gadertal), Eisacktal, Wipptal, Salten-Schlern, Überetsch/Unterland (Unterbezirk 1: Andrian, Terlan, Kaltern, Eppan; Unterbezirk 2: Unterland), Burggrafenamt/Meran (mit den drei Unterbezirken Passeier, Ulten, Nonsberg).
Die Vertreter jedes Bezirkes wählen ihren Bezirkschronist und seinen Stellvertreter; sie sind auch Teil des Leitungsteams.
Verdiente Chronisten ehren
Ein weiteres Thema waren die Ehrungen. Es wurde beschlossen, beim heurigen Chronist:innentag am 6. November all jene zu ehren, die im Laufe der letzten Jahre ihre Chronist:innenarbeit beendet haben. Die Bezirkschonist:innen wurden beauftragt, für ihren Bezirk entsprechende Vorschläge zu machen und an chronikwesen@sbz.it zu schicken.
Gründung eines Vereins im Visier
Gesprochen wurde auch über die künftige Trägerschaft des Chronikwesens. Die Fördervereinbarung zwischen Landesdenkmalamt und Südtiroler Bildungszentrum, die am 31. März 2025 für zwei Jahre geschlossen wurde, läuft am 31. März 2027 aus. Eine Verlängerung derselben wird angestrebt. Bisher waren die Chronist:innen als freie Arbeitsgemeinschaft ohne Rechtsstruktur tätig. Möglichkeiten einer Vereinsgründung oder anderer rechtlicher Formen des Zusammenschlusses sollen gemeinsam geprüft werden
Weitergearbeitet werden soll im laufenden Jahr auch an der Öffentlichkeitsarbeit; wobei die Arbeit der Chronist:innen durch Beiträge in Dorf- und Bezirkszeitungen den Bürgern nähergebracht werden soll.
Burggrafenamt: Nachfolger:in für Bezirkschronist gesucht

Bezirksversammlung der Chronist:innen des Burggrafenamtes am 24. Jänner 2026 in Marling
Marling. Sepp Gufler will sein Amt als Bezirkschronist des Burggrafenamtes zurücklegen: Folglich stand die Suche nach einem Nachfolger bzw. einer Nachfolgerin im Mittelpunkt der jüngsten Bezirksversammlung in Marling. Und Landeschronist Wolfgang Thöni stellte die Anlaufstelle beim Südtiroler Bildungszentrum und das Layout-Programm Affinity vor.
Sepp Gufler war zuerst seit 1986 Chronist in Passeier, seit 1999 in Marling und eine Weile Bezirkschronist des Burggrafenamtes. Nach dieser langen Zeit will er die Verantwortung abgeben – deshalb wird ein neuer Bezirkschonist bzw. eine neue Bezirkschronistin gesucht. Bei der Versammlung fand sich auf Anhieb niemand, der dieses Amt übernehmen wollte. Folglich wurden auf Vorschlag von Oswald Pircher, Chronist in Algund, die Chronisten und Chronistenteams des Bezirks beauftragt, ihrerseits Kandidaten ausfindig zu machen und zu melden.
Kandidaten: Vorschläge erwünscht
Zur Bezirksversammlung waren Chronist:innen aus etlichen umliegenden Gemeinden nach Marling gekommen: die Marlinger Chronist:innengruppe so gut wie vollzählig anwesend, weiters Vertreter aus Algund, Mölten, Riffian und Kuens. Die Marlinger Gruppe kann sich glücklich schätzen: Sie bekommt nun mit Patrik Weger Zuwachs und jugendliche Hilfe im digitalen Bereich. Dass die Chronikarbeit in der Gemeinde Wertschätzung genießt, bewies die Anwesenheit von Vizebürgermeisterin Johanna Mitterhofer. Auch Franz Kröss, Obmann des örtlichen Heimatpflegevereins, gab sich die Ehre.
Landeschronist Wolfgang Thöni zeigte sich erfreut über die rege Chronikarbeit im Bezirk. Er erläuterte die Fördervereinbarung mit dem Südtiroler Bildungszentrum und stellte die dort angesiedelte Anlaufstelle für das Chronikwesen vor, die von Ulrike Stubenruß betreut wird. Zusammen sei man bemüht, die Chronist:innen im ganzen Land zu unterstützen. Ulrike Stubenruß verwies auf die Notwendigkeit von interner und externer Öffentlichkeitsarbeit, um das Chronikwesen sichtbar zu machen, sowie auf die Weiterbildungsveranstaltungen, die demnächst angeboten werden.
Affinity im Weiterbildungsangebot
Wolfgang Thöni gab Einblick in das Layout-Programm Affinity, das kostenlos verfügbar ist und für die Erstellung der Jahreschroniken empfohlen wird; auch dazu sind demnächst Weiterbildungsangebote geplant. Auch wenn die digitale Chronik im Kommen ist, damit eine Textrecherche möglich ist, sollten immer auch gedruckte Chroniken aufliegen, riet Thöni. Die digitale Chronik sollte stets nur für eine ausgewählte Gruppe (Gemeinde usw.) zugänglich sein, die gedruckte hingegen für die gesamte Dorfbevölkerung.
In ihrem Grußwort erinnerte Vizebürgermeisterin Mitterhofer an die Anfänge der Chronikarbeit in Marling in den 80er-Jahren – an Maridl Innerhofer. „Sie war stets mit einem Körbchen unterwegs, in dem sich ihr Fotoapparat und ein Schreibblock samt Stift befand“, erzählte sie. So habe sie festgehalten, was sich im Dorf getan hat.
Dorfgeschehen im Eisacktal im Blick

Bezirksversammlung der Eisacktaler Chronist:innen, 17. Jänner 2026
Milland/Brixen. Das Eisacktal ist einer der rührigsten Chronistenbezirke im Land. Um den Austausch untereinander zu fördern, hat Bezirkschronist Emil Kerschbaumer letzthin die Ortschronistinnen und -chronisten zur Bezirksversammlung ins Jakob-Steiner-Haus in Milland/Brixen eingeladen. Mit dabei war auch Landeschronist Wolfgang Thöni.
Emil Kerschbaumer ist seit 25 Jahren Ortschronist von Milland, hat in dieser Zeit regelmäßig Jahreschroniken erarbeitet und ein stattliches Archiv aufgebaut. Als Bezirkschronist betreut er die Chronistinnen und Chronisten des Eisacktales und konnte bei der Versammlung etliche davon begrüßen. Einige der Eisacktaler Chronisten hatten zum Treffen eigene Jahreschroniken mitgebracht, so konnten die verschiedenen Ausgaben und Aufbereitungsformen verglichen werden. Landeschronist Wolfgang Thöni lobte den Bezirk und die Eisacktaler Chronistinnen und Chronisten für ihre kontinuierliche Tätigkeit. In Zukunft würden Ortschroniken mehr und mehr digital erstellt, sagte er, was für die Gemeinden wichtig sei und eine spätere Online-Recherche erleichtere. Nichtsdestotrotz sei es wichtig, dass Ortschroniken auch gedruckt erscheinen und so in den Bibliotheken aufliegen können und den Bürgern zur Verfügung stehen, so Thöni.
Diskutiert wurden Fragen rund um die Erstellung von Chroniken, Auswahl und Schwerpunkte. Dabei zeigte sich der Unterschied zwischen größeren und kleineren Gemeinden; während in kleinen Orten alles gesammelt werden kann, muss ich größeren Orten und Städten wohl oder übel eine Auswahl getroffen werden. Themen wie diese werden auch in den Weiterbildungsveranstaltungen behandelt, die demnächst angeboten werden; das Weiterbildungsprogramm ist im Internet unter https://www.sbz.it/de/chronikwesen-suedtirol/ einsehbar.
Allgemein betont wurde bei der Versammlung auch, wie wichtig es ist, dass die örtlichen Vereine und Verbände mit den Chronistinnen und Chronisten zusammenarbeiten und sie mit Infomaterial versorgen, damit sie in den Ortschroniken berücksichtigt werden können.
Abschließend gab Landeschronist Thöni noch einen Einblick in das Layout-Programm Affinity, das zur Erstellung der Ortschroniken angeraten wird; auch dazu gibt es Weiterbildungsangebote.

