Autonomie- und Paketbezogene Vorhaben

paket1Das Inkrafttreten des zweiten Autonomiestatuts hatte eine beträchtliche Ausweitung der Zuständigkeiten der Landesregierung zur Folge, was eine Reorganisation der Landesverwaltung erforderlich machte. Mitte der 70er Jahre hat das SBZ im Auftrag der Südtiroler Landesregierung und mit Hilfe von österreichischen und italienischen Experten ein erstes Konzept für die Ämterordnung des Landes Südtirol ausgearbeitet. In der Folge wurde die Spitze des SBZ mit der schwierigen Aufgabe betraut, den Landesentwicklungsplan, den Landesgesundheitsplan und den Landesraumordnungsplan auszuarbeiten.
Anfang der 80er Jahre wurde in den allgemeinbildenden Oberschulen das Fach Wirtschafts- und Rechtslehre in das Lehrprogramm aufgenommen. Das SBZ setzte eine aus Fachleuten bestehende Projektgruppe zur Ausarbeitung eines diesbezüglichen Lehrbehelfes zusammen. 1985 konnte der erste Band unter dem Titel „Wirtschafts- und Rechtslehre“ herausgegeben werden, 1988 kam der zweite Band hinzu. Mit einer Reihe von Seminaren führte das SBZ die mit dem Wirtschafts- und Rechtsunterricht betrauten Lehrer in dieses Fach ein.
Die mit dem Zweiten Autonomie-Statut (1972) festgelegte Gleichstellung der beiden Landessprachen als Amtssprachen hatte zur Folge, dass die Verfügbarkeit von sprachlich einwandfreien deutschen Gesetzestexten unumgänglich wurde. So kam es, dass das Südtiroler Bildungszentrum die Übersetzungen der italienischen Gesetzeswerke ins Deutsche initiiert und betreut hat. In der Zeitspanne zwischen 1982 und 1997 sind insgesamt 11 zweisprachige Ausgaben von Gesetzeswerken in der sogenannten „Blauen Reihe“ herausgegeben worden.
Von 1998 bis 2010 unterstützte das SBZ die Herausgabe der Sammlung der Leitsätze der Urteile des Verwaltungsgerichts Bozen.
Die Durchführungsbestimmungen zum Paket sehen die Zweisprachigkeit in allen öffentlichen Ämtern vor. Damit war es erforderlich geworden, in Südtirol auch für den Gebrauch einer korrekten deutschen Steuerfachsprache zu werben. Mit dem 1986 erschienenen „italienisch-deutschen Steuerglossar“ hat das SBZ das hierfür unentbehrliche Instrumentarium geschaffen. Als Folge der Herausgabe des italienisch-deutschen Steuerglossars konnte überdies erreicht werden, dass die italienische Steuerlehre als viersemestriges Wahlfach in das reguläre Studienangebot an der Universität Innsbruck eingebaut wurde.
In den Jahren 1987 und 1993 hat das SBZ im Auftrag der Landesregierung einen Vorbereitungskurs auf die Wettbewerbsprüfung für Kindergärtnerinnen durchgeführt.
Im März 1988 griff das SBZ das durch das Zusammenwachsen der EU immer aktueller werdende Thema der Mehrsprachigkeit im Wirtschafts- und Rechtsleben auf und veranstaltete ein internationales Symposium unter der Schirmherrschaft des Europarates.
Die jahrelange Betreuung von Aufgaben im Bereich des Rechtslebens führte im Jahre 1989 zur Beauftragung des SBZ von Seiten der Landesregierung, ein Projekt für die Schaffung eines geistig-intellektuellen Zentrums in Südtirol zu erstellen. Dieser Auftrag führte 1991 zur Gründung der „Europäischen Akademie Bozen“, einem Zentrum für Forschung und Fortbildung, vor allem in den Fachbereichen Recht und Sprache, Ökologie im Alpenraum und Volksgruppen- und Autonomieforschung.
1990 gelang es, mit Hilfe des SBZ in Südtirol eine „Juristische Gesellschaft“ zu gründen, welche künftig die bisher vom SBZ wahrgenommenen Aufgaben im Bereich des Rechtslebens übernehmen sollte.