Kunst- uns kulturbezogene Vorhaben

Als Ende der 70er Jahre der Beruf des Steinmetzes auszusterben drohte, gelang es dem SBZ zusammen mit der Gemeinde Laas bei der Südtiroler Landesregierung das Einverständnis zur Wiedererrichtung einer dreijährigen Steinmetzschule zu erlangen. Seit 1982 gibt es daher im Rahmen der Südtiroler Berufsschule die Laaser Fachschule für Steinbearbeitung, deren Absolventen als handwerkliche Qualifikation den Gesellenbrief erwerben.
Kunst war dem damaligen Präsidenten des SBZ, Karl Nicolussi-Leck, seit jeher ein Anliegen gewesen und ein besonderes Augenmerk hatte er immer der Kunst im öffentlichen Raum gewidmet.
Deshalb begann man sich im Jahre 1982 im Bildungszentrum Gedanken darüber zu machen, wie man die in den letzten 20 Jahren so seelenlos und vorwiegend nach technisch-ökonomischen Gesichtspunkten aus dem Boden gestampfte Bausubstanz durch künstlerische Gestaltung verschönern und die Lebensqualität in diesen Gebieten erhöhen könnte.
So wurde das „Forum für die Gestaltung der verbauten Umwelt“ ins Leben gerufen. Im Rahmen dieses Forums wurde vorerst die „Freskoschule“ gegründet, in welcher ein Team von Künstlern, Architekten, Landschaftsplanern und Handwerkern in den Jahren von 1982 bis 1985 verschiedene Siedlungen in Südtirol künstlerisch gestaltet haben.
Fortgesetzt wurde das Vorhaben zur künstlerischen Gestaltung der verbauten Umwelt durch ein internationales Schmiedekünstler-Symposium am Ritten, 1990 folgte das Symposium für Mosaik im öffentlichen Raum, 1991 ein internationales Künstler-Symposium für Objektkunst mit Nutzungsmöglichkeiten im öffentlichen und privaten Raum und 1992 das Künstler-Symposium „? Kunst?“ am Ritten.
Aus den Veranstaltungen im Rahmen des „Forums für die Gestaltung der verbauten Umwelt“ ist das Bedürfnis erwachsen, in Südtirol einen kreativen Treffpunkt zu schaffen. Diesem Bedürfnis wurde 1986 mit der Gründung der „Visuellen Werkstatt“ Rechnung getragen. Unter der Leitung von namhaften Fachleuten und Künstlern bot die Visuelle Werkstatt viele Jahre lang Kurse in Aktzeichnen, Druckgraphik, Umgang mit Farbe, plastisches Gestalten, Bühnenbildgestaltung sowie für Fotographie, Dunkelkammertechnik und Video an.
Mitte der 80er Jahre wandte sich eine Gruppe von Sängern und Pianisten mit dem Anliegen an das SBZ, in Bozen ein Liedinterpretationsseminar für Sänger und Pianisten unter der Leitung der weltweit bekannten Gesangspädagogen Erik und Ada Werba zu organisieren. Somit wurde dieses Seminar von 1986 bis zum Tod von Erik Werba im Jahre 1992 jedes Jahr mit großem Erfolg durchgeführt.
Die Nachfolge des verstorbenen Prof. Werba hat im Jahr 1993 zunächst Frau Ada Zapperi übernommen, von 1994 bis 2000 leitete Prof. Norman Shetler das Seminar und im Jahr 2001 fand es erstmals in abgeänderter Form als Meisterkurs für Oper, Lied- und Liedbegleitung und Ensemblegesang statt. Die Leitung des Kurses hatten die berühmte Sängerin Brigitte Fassbaender, der Pianist Prof. Norman Shettler und der Chorleiter Prof. Othmar Trenner gemeinsam inne.
In Ergänzung dieser Seminare werden seit dem Schuljahr 1986/87 auch ganzjährige Kurse für Stimmbildung mit Frau Henny von Walther, sowie seit 1992 das Interpretationsseminar für sängerische Körperschulung unter der Leitung von Prof. Kurt Widmer aus Basel, angeboten.
Immer im Bereich Musik sind in den Jahren 1988 und 1989 das einwöchige Seminar für Musikkritik und Musikberichterstattung, von 1993 bis 1995 der Meisterkurs für Blechbläser, 1995 und 1996 das Musikcamp in Brixen durchgeführt bzw. unterstützt worden.
Von 1986 bis 1989 bildete das SBZ durch einen dreijährigen Vollzeitlehrgang für Holzkonservierung und –restaurierung, welcher in einer eigens dafür eingerichteten Werkstatt im Landesdenkmalamt abgehalten worden war, 4 Absolventen einer Holzschnitzerschule zum Holzkonservator und -restaurator aus.
Von 1998 bis 2001 hatte das Südtiroler Bildungszentrum die Trägerschaft des Projektes “Erschließung historischer Bibliotheken” übernommen. Ziel des Projektes war die Aufarbeitung und Digitalisierung der historischen Buchbestände in Südtirols Bibliotheken.