VERÖFFENTLICHUNGEN


Emilio Lussu: Marsch auf Rom und Umgebung. Ein Bericht

Folio Verlag, März 2007


Für Südtirol ist das Buch gerade im Hinblick auf die Beschreibung des aufkommenden Faschismus wichtig, da es die Mechanismen der Machtergreifung und des politischen Opportunismus beschreibt, und die sukzessive Entmachtung von Minderheiten - hier am Beispiel der sardischen Minderheit, dessen Autonomie-Bestrebungen, die Emilio Lussu in erster Person vertrat, grausamst erstickt wurden.
Weiters beschreibt Lussu, wie er in seiner Verbannung auf Lipari, auf den Südtiroler Dr. Noldin trifft, der bald darauf sterben wird.
Claus Gatterer stellt im Nachwort Emilio Lussu als beharrlichen Verfechter aller Minderheiten dar und als Menschen, der sich in Rom für die Rechte Südtirols eingesetzt hat.
 

Das Buch:
Die einzige authentische Darstellung des frühen italienischen Faschismus, den Lussu als grausame Farce am eigenen Leib erfuhr.
Lakonisch demontiert Emilio Lussu die Legende von Mussolinis glorreicher Eroberung der Macht in den 1920er Jahren: Die desorganisierten faschistischen Marschkolonnen waren im Schlamm stecken geblieben, während Mussolini im Schlafwagen von Mailand nach Rom reiste, um von Vittorio Emanuele III. den Regierungsauftrag entgegenzunehmen. Erst nach seinem feierlichen Empfang ließ der Duce seine Truppen einsammeln und in Sonderzügen zur Siegesparade in die Hauptstadt nachholen.
In knappen Schilderungen und packenden Dialogen wird die Selbstherrlichkeit des faschistischen Regimes und die Verlogenheit seiner Mitläufer ebenso erlebbar wie die Weigerung des Sarden Lussu und seiner Freunde, der Schmierenkomödie der Macht tatenlos zuzusehen.
Der Übersetzer und Herausgeber
Claus Gatterer, 1924–1984. Historiker und Journalist, u. a. ab 1972 beim ORF. Zahlreiche historische und literarische Veröffentlichungen, zuletzt bei Folio: Schöne Welt, böse Leut (2005, Neuauflage).